Wie organisiert man Social Media im Unternehmen?

Freitag, 19. August 2011

Dion Hinchcliffe, seines Zeichens “Executive Vice President of Strategy” in der Dachis Group, schreibt über die Organisation von “Social Media Units” innerhalb von großen Unternehmen. Übersetzt man “Social Media Unit” mit “Social Media Abteilung”, wird einem die Problematik der Materie sofort bewußt, stehen doch per definitionem soziale Medien den in Unternehmen üblichen starren Hierarchien diametral gegenüber. Hinchcliffe schreibt dazu:

Now, I should be clear that top-down hierarchy and central control is not the name of the game for a Social Business Unit. In fact quite the contrary, and I’ve previously explored why this is with push vs. pull management models and CoIT. Instead, the Social Business Unit is much more of a facilitator that enables local success by providing needed guidance, best practices, coordination, and occasionally actual resources such as community management and social listening.

So weit, so gut, so einleuchtend und wahr. Im folgenden beschreibt Hinchcliffe die zentralen Kompetenzen einer solchen Unit, von der Aufmerksamkeit für den (Meinungs- und Kommunikations)Markt, dem Verständnis für die Mechanismen der sozialen Medien bis zur effektiven, schnellen Kommunikation. Alles Punkte, die keine Selbstverständlichkeiten sind in Konzernstrukturen, die es gewohnt waren, mit einer Verlautbarungs- oder Geschäftsberichtskommunikation zu leben und erfolgreich zu sein.
Designing a social business capability Besonders lehrreich (und besonders schwer zu lernen für Unternehmen) sind Hinchcliffes Ausführung zum Zuhören. Die Social Media Abteilungen sind eben nicht nur “Sender”, sondern vor allem Empfänger von Signalen, die weit über das traditionelle Webtracking hinausgehen. Das Ohr am Palaver der Crowd kann entscheidend sein für Unternehmen, denn die sozialen Medien zeigen oft eine so rasante Eigendynamik bei der Verarbeitung von Themen, dass traditionelle Corporate Communications (oder wie immer die bisherigen Abteilungen heißen) dem zumeist nicht gewachsen sind.

Hier der vollständige, sehr lehrreiche Artikel: Introducing The Social Business Unit von Dion Hinchcliffe, Executive Vice President of Strategy der Dachis Group

Interview-Typen

Mittwoch, 20. April 2011

Sehr schöner Artikel auf UXmatters von Mia Northrop über die verschiedenen Typen von Testpersonen, die einem während eines Usability-Tests begegnen können. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass Menschen eben Menschen sind und nicht jede/r Interviewte eine “Rampensau” ist und geflissentlich und redselig über Eindrücke, Assoziationen, Gefühle und Meinungen redet. Mia Northrops Conclusio:

Apart from imperiling the quality of your research, these six types of participants can be an enormous drain on your energy. It takes emotional intelligence and on-the-job experience to recognize them and respond appropriately.

For some user research studies, it may become clear that the participant pool is predisposed to include some of these interviewee types. In that case, perform role-plays during your planning stage to prepare you more thoroughly for The Attitude Problems, The Pollyannas, or The Clams that you expect to encounter.

By building your awareness of these six interviewee types, you’ll be better able to recognize their characteristic behaviors when you encounter them and respond accordingly. Now that you’ve armed yourself with appropriate steps to take and scripts to use, you’ll be better equipped to deal with these types of people swiftly and gently.

Uns haben besonders die Bezeichnungen der verschiedenen Typen gefallen, u.a. “The Clam”, “The Chatterbox”, “The Unraveler”, “The Pollyanna”.

HIer der komplette Artikel: Mia Northrop: When Interviews Go Wrong auf UXMatters am 18. April 2011.

Die rare Ressource Aufmerksamkeit

Dienstag, 22. Februar 2011

Edelman Digital über die rare (und wohl bald aussterbende) Ressource Aufmerksamkeit. Die Menge des Contents im Netz steigt exponentiell an, die ‘Halbwertszeit’ auf Twitter oder Facebook tendiert gegen “verdammt kurz”. Der Präsentation zufolge haben 71% aller Tweets keine Reaktion zur Folge. Was sind das dann für Tweets, die eventuell von NIEMAND gelesen wurden? Verändert sich ein Tweet, wenn er – frei nach Heisenberg – unsere Aufmerksamkeit bekommt?
Sehr interessant und auch von uns beobachtet:

Experts and those in the know are among the most trusted. Digital thought leadership can break the space‐time challenge. Make digital engagement 1% of 100 people’s role, not just 100% of one person’s job.

Ach ja, liebe Edelmans, noch was: benutzt doch bitte nicht immer den Alfred Einstein in Präsentationen, das ist nun wirklich dermaßen platt und abgelutscht…

Bezauberndes Business

Dienstag, 22. Februar 2011

Der von uns verehrte Guy Kawasaki hat ein neues Buch geschrieben, dessen Titel wir, ehrlich gesagt, erstmal nachschlagen mussten, denn im Business Englisch kommt der Begriff (leider) selten vor: Enchantment. Wir übersetzen es uns mal mit “Bezauberung”. Und offenbar geht darin um den – Achtung, noch ein leider aussterbendes Wort – Charme von Dingen, Geschichten und, ja, auch das, Produkten, die uns sofort überzeugen und die wir besitzen wollen. (Uns hat ja vor kurzem, siehe den vorherigen Post, der Charme des iPhones nicht mehr überzeugt, stattdessen sind wir von Android bezaubert, also das Bezaubert-sein ist durchaus ein flattriges, unstetes Gefühl.)
Interessant auch, das Guy Kawasaki zu seinem Buch eine Unmenge an “Badges”, eine Facebook-Seite und die untenstehende Infografik anbietet. Das Buchmarketing wird eben auch immer onliner… (habt ihr das gehört, liebe deutsche Verlage?)

Übrigens: das house of user bekommt im Test How GREAT are you? Guy’s Realistic Enchantment Aptitude Test (GREAT) das Resultat “You need to read Enchantment asap. Buy the book.” Ok, nobody is perfect, dann wollen wir mal.

Enchantment Infographic

Das Interesselose Wohlgefallen des Internets

Montag, 14. Februar 2011

Ein Bewohner des house of userMan muß auch mal, trotz aller Benchmarks, Effizienzsteigerungen, Verbesserungen und Optimierungen, das Nutzlose preisen. Und sei es nur unter dem Mantel des berühmten interesselosen Wohlgefallens, das in der Usability so oft unter dem Terminus technicus “Joy of Use” firmiert, aber eigentlich doch oft ein, seien wir ehrlich, zweck-ungebundener “Joy of Joy” ist.

Letztens hat im house of user ein Android-Handy Einzug gehalten, unendlich viel kleiner, leichter, leistungsfähiger und praktischer als das schicke iPhone, das zuvor die Tasche (im physikalischen und monetären Sinn) beschwert hat. Und jetzt bringt Google so etwas (sehen wir es mal aus Controller-Sicht) nutzloses, aber überaus spaßiges wie (sehen wir es mal aus Marketing-Sicht) Androidify. Wunderbar, mit herrlichen Soundeffekten und dazu noch ein Tool für echtes “Community building”.

Hier mehr für alle im Club der Android-Nutzer: