Archiv für die Kategorie 'Projektmanagement'

Die 10/20/30 Regel für Powerpoint-Präsentationen

Dienstag, 03. Januar 2006

Usability beginnt ganz einfach, zum Beispiel so: 10 / 20 / 30. Will heißen: Eine Powerpoint-Präsentation sollte maximal aus 10 Folien bestehen, nicht länger als 20 Minuten dauern und keine Schrift enthalten, die kleiner als 30 Punkte ist. So schreibts Guy Kawasaki, und man kann ihm nur uneingeschränkt beipflichten. Wie soll ein gutes (Software)-Produkt entstehen, wenn ein (fiktives ;-) Unternehmen bereits in seinen internen Meetings unfähig ist, solche simplen Regeln zu praktizieren?

Eine andere sehr schöne Präsentationsregel von Guy Kawasaki für all jene, denen die 30-Punkt-Regel zu dogmatisch erscheint: “Find out the age of the oldest person in your audience and divide it by two. That’s you’re optimal font size.” (Die Regel gilt übrigens nicht nur, wenn man die Präsentation mit Powerpoint macht, sondern auch in OpenOffice und Keynote…)

Guy Kawasaki: The 10/20/30 Rule of PowerPoint (engl.)

Kenne Deinen Kunden - Mobile Geräte oder mobiler Unsinn?

Donnerstag, 05. Mai 2005

Es gibt drei Arten, mit einem Kunden und seinen Bedürfnissen umzugehen: 1) Man ignoriert ihn. 2) Man glaubt zu wissen, was für ihn gut ist. 3) Man fragt ihn, was er sich wünscht und für gut hält. Für die Nr. 1 ist die Musikindustrie ein gutes Beispiel, die jahrelang nicht daran interessiert war, dass Kunden ihre Musik online beziehen möchten. Sie wird dafür immer noch hart bestraft. Die Nummer 3 soll uns nicht weiter interessieren, denn Unternehmen, die mit ihren Kunden Kontakt halten, machen alles richtig. Als ein Beispiel für die Nr. 2 sieht Scott Jenson in seinem Artikel “Stop Selling $100 Lemonade” Hersteller von mobilen Endgeräten. In diesem Industriesektor sei der Ausgangspunkt aller Überlegungen für neue Handies, Smartphones, Organizer etc. allzu oft immer noch die Steigerung des ARPU (average revenue per user), also die Gewinnmaximierung pro Nutzer. Er nennt diese Haltung die “WAP-Attitude”, denn die Entwicklung, Einführung und anschließende Nicht-Verbreitung und Nicht-Nutzung von WAP sei ein schlagendes Beispiel dafür, welche Absurditäten ganze Industrien hervorbringen können, wenn man die Bedürfnisse der Nutzer nicht bereits in frühen Projektphasen ermittelt.

jenson Design: Stop Selling $100 Lemonade!

Ist Mickey Mouse Allgemeingut? - Nachrichten aus den Copyright Wars

Dienstag, 03. Mai 2005

Das Buch Free Culture des Juraprofessors Lawrence Lessig behandelt eine der brennendsten Diskussionen der letzten Jahre: das Urheberrecht. Lessig sieht die “copyright wars” der letzten Jahre als Zeichen für das Entstehen einer neuen Kultur, sind seiner Ansicht nach doch viele Innovationen immer auch durch einen gewissen Anteil an Piraterie und den Bruch bestehender Rechtsvorstellungen entstanden. Lessig unterscheidet zwischen abzulehnender Piraterie, die das Urheberrecht von Autoren verletzt und nur einzelnen nutzt, und einer Piraterie, die neue Inhalte erst möglich macht und neue Geschäftsideen hervorbringt.

Erfrischend klar benennt Lessig die Interessen der Unterhaltungsindustrie und ihre Bestrebungen, mit Hilfe des Urheberrechts alte Pfründe zu sichern. Außerdem klärt Lessig die Frage, warum Mickey Mouse immer noch keine “public domain” ist, obwohl das Urheberrecht längst abgelaufen sein müsste… Das Buch steht unter einer Creative Commons Lizenz, die das Herunterladen für nicht-kommerzielle Zwecke erlaubt.

Zur Website zum Buch Free Culture

IT braucht (auch) Kreativität - Playing The Expert Game

Samstag, 20. November 2004

Besonders in IT-Firmen ist es beliebt. Aber auch in anderen Branchen soll es wahre Meister geben. Jonathan Bach hat bereits vor 5 Jahren (aufgrund seiner Erfahrungen bei Microsoft) einen Artikel darüber geschrieben: Das Expert Game (engl.; PDF). Wie es gespielt wird? Bach demonstriert es mit einem sich entspinnenden Dialog, als er einem Entwickler eine Fehlermeldung zeigt:

  • - This isn’t possible, he said. Could be a mismatched DLL. What version are you using?
  • - How do I check?
  • - The standard way is fine.
  • - Oh. What’s the standard way?
  • - Never mind, he said as if he hadn’t heard me, “I’d actually like to check something, so just get it into a debugger.”
  • - What kind of debugger?
  • - Just the basic settings. Nothing fancy. All I need is a stack trace.

In der Folge beschreibt Bach, wie es zu solchen Dialogen kommen kann, insbesondere in Unternehmen, die sich Problemlösung auf ihre Fahnen geschrieben haben. Er macht deutlich, dass es für lernende Organisationen sehr viel wichtiger sein kann, Ideen miteinander zu verknüpfen, Verbindungen zwischen Menschen zu schaffen und (Teil)Lösungen miteinander zu kombinieren als bloßes Spezialwissen oder technische Fakten aufzuhäufen.

Zum Artikel (PDF)

Bilde kleine interdisziplinäre Teams, finde ein gemeinsames Ziel - und sei erfolgreich

Montag, 13. September 2004

Ein einzelnes Produkt stolpert oft durch einen verwirrenden Prozess, der nicht immer zu seinem Besten ist: Firmenchefs definieren Anforderungen, Konstrukteure machen Entwürfe, Ingenieure kümmern sich um die Hardware, oft getrennt von den Ingenieuren, die die Software erstellen, Fremdfirmen stellen das Produkt schliesslich her und schlussendlich kümmern sich Marketingleute um die Aspekte der Vermarktung.

Dabei hat jede Abteilung eine andere Vorstellung vom Erfolg eines Produktes. Dies sei einer der Gründe für fehlerhafte und an den Bedürfnissen des Kunden vorbei entstandene Produkte, meint Peter Merholz von Adaptive Path. Er plädiert für kleine interdisziplinäre Teams, die schneller, billiger und effektiver arbeiten könnten als große Gremien, die per definitionem nur den kleinsten gemeinsamen Nenner finden und damit oft innovative Impulse verhindern würden. Wollen Sie mehr wissen über optimales Projektmanagement? Wir beraten Sie gerne.

Zum Artikel Organization in the Way: How decentralization hobbles the user experience (engl.)