Archiv für Mai, 2005

Kenne Deinen Kunden – Mobile Geräte oder mobiler Unsinn?

Donnerstag, 05. Mai 2005

Es gibt drei Arten, mit einem Kunden und seinen Bedürfnissen umzugehen: 1) Man ignoriert ihn. 2) Man glaubt zu wissen, was für ihn gut ist. 3) Man fragt ihn, was er sich wünscht und für gut hält. Für die Nr. 1 ist die Musikindustrie ein gutes Beispiel, die jahrelang nicht daran interessiert war, dass Kunden ihre Musik online beziehen möchten. Sie wird dafür immer noch hart bestraft. Die Nummer 3 soll uns nicht weiter interessieren, denn Unternehmen, die mit ihren Kunden Kontakt halten, machen alles richtig. Als ein Beispiel für die Nr. 2 sieht Scott Jenson in seinem Artikel “Stop Selling $100 Lemonade” Hersteller von mobilen Endgeräten. In diesem Industriesektor sei der Ausgangspunkt aller Überlegungen für neue Handies, Smartphones, Organizer etc. allzu oft immer noch die Steigerung des ARPU (average revenue per user), also die Gewinnmaximierung pro Nutzer. Er nennt diese Haltung die “WAP-Attitude”, denn die Entwicklung, Einführung und anschließende Nicht-Verbreitung und Nicht-Nutzung von WAP sei ein schlagendes Beispiel dafür, welche Absurditäten ganze Industrien hervorbringen können, wenn man die Bedürfnisse der Nutzer nicht bereits in frühen Projektphasen ermittelt.

jenson Design: Stop Selling $100 Lemonade!

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Ist Mickey Mouse Allgemeingut? – Nachrichten aus den Copyright Wars

Dienstag, 03. Mai 2005

Das Buch Free Culture des Juraprofessors Lawrence Lessig behandelt eine der brennendsten Diskussionen der letzten Jahre: das Urheberrecht. Lessig sieht die “copyright wars” der letzten Jahre als Zeichen für das Entstehen einer neuen Kultur, sind seiner Ansicht nach doch viele Innovationen immer auch durch einen gewissen Anteil an Piraterie und den Bruch bestehender Rechtsvorstellungen entstanden. Lessig unterscheidet zwischen abzulehnender Piraterie, die das Urheberrecht von Autoren verletzt und nur einzelnen nutzt, und einer Piraterie, die neue Inhalte erst möglich macht und neue Geschäftsideen hervorbringt.

Erfrischend klar benennt Lessig die Interessen der Unterhaltungsindustrie und ihre Bestrebungen, mit Hilfe des Urheberrechts alte Pfründe zu sichern. Außerdem klärt Lessig die Frage, warum Mickey Mouse immer noch keine “public domain” ist, obwohl das Urheberrecht längst abgelaufen sein müsste… Das Buch steht unter einer Creative Commons Lizenz, die das Herunterladen für nicht-kommerzielle Zwecke erlaubt.

Zur Website zum Buch Free Culture

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